KI hat sich fortlaufend weiterentwickelt, und ich bin der Meinung, dass es nicht unbedingt nötig ist, eine dedizierte KI-App zu haben, die einem die Sprache beibringt. Jedoch kann KI extrem nützlich sein, wenn man selbstständig oder mit einem Lehrer üben möchte. Ich würde ChatGPT vorschlagen, denn ChatGPT ist nach wie vor, was Sprache angeht, meiner Ansicht nach sehr stark. Auch die Audio- und Sprechfunktion ist wahnsinnig stark.
ChatGPT kann man sehr gut nutzen, um die mündliche Prüfung zu simulieren. Man muss nur aufpassen, dass man nicht der Illusion folgt, die ChatGPT einem manchmal aufdrängt, alles sei einfach und man mache alles super. Also: Die Prompts müssen wirklich knallhart sein und exakt.
Auch beim Schreiben können KI-Systeme sehr gut helfen. Vor allem dann, wenn man Übungen macht und ein schriftliches Dokument verfasst, kann man es der KI schicken und sagen: Überprüfe das hier. Hier ist es aber auch wesentlich – und es funktioniert teilweise mit Begleitung eines Mentors besser –, dass man den richtigen Befehl gibt. Man möchte nicht einfach nur eine Korrektur. Man möchte keine Überkorrektur, denn das macht normalerweise die KI. Sondern man möchte die Korrektur strukturiert haben, und man möchte die Ergebnisse so bekommen, dass man etwas daraus lernt. Zu viel Feedback überfordert, zu viel Korrektur ist sinnlos. Es geht darum, genau genug Feedback zu bekommen, aber vor allem strukturiert genug.
Auch Lehrer können KI-Systeme sehr gut nutzen, um Schülern Aufgaben zu geben, die sie dann selbstständig machen, aber durch KI vorprüfen. Das heißt: Wenn sie in die Stunde kommen, wenn sie in den Unterricht kommen, dann haben sie schon eine Vorstellung davon, was vielleicht nicht gut gelaufen ist und was hätte besser laufen können. Man hat im Unterricht dann die Möglichkeit, wirklich daran zu arbeiten, das Verständnis der Schüler zu vertiefen, statt nach den Fehlern zu suchen und Korrekturen anzubieten.
Das ist im Schüler-Lehrer-Verhältnis der einfachste Schritt, der primitivste Teil, die Oberfläche. Wirklich wichtig wird es, wenn der Lehrer sich in die Rolle des Schülers versetzt und ihm die Probleme so verdeutlicht, dass er sie versteht, und auch die Korrekturen so erklärt, dass der Schüler diese im nächsten Schritt selbst umsetzen kann und das auch wirklich begriffen hat.
Auch kann man KI-Systeme nutzen, um Vokabeln, wenn man genug Datensätze hat, die man sich vorher notiert hat, besser und auf eine interaktive Art und Weise zu üben. Das bedeutet zum Beispiel, dass man sagt: Generiere bitte eine Geschichte aus diesen Vokabeln.
Nicht zuletzt sind heutige KI-Systeme ausgereift genug, dass man ihnen Fragen stellt und Antworten bekommt. Es kann dabei um den Wortstamm gehen. Es kann dabei um den Ursprung eines Wortes gehen. Es kann dabei um Grammatik gehen. Es kann dabei um Beispiele gehen. Ich denke, dass KI-Systeme ein sehr nützliches Werkzeug sind. Aber ich sehe auch die Gefahr, dass Lehrer, die nicht wirklich stark sind, in Zukunft durch KI-Systeme komplett ersetzt werden könnten. Oder dass Lehrer mit weniger Fachkenntnissen, aber mit psychologischen Vorteilen und Charaktervorteilen, die es einfacher machen, sich auf Menschen einzulassen, einen Vorteil bekommen.